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Ivo Josipović

Politiker, ehemaliger Staatspräsident (Kroatien)

Das Jurastudium schloss er an der Pravni fakultet Sveučilišta in Zagreb ab, seinen Magisterabschluss machte er im Gebiet des Strafrechts und den Doktortitel erwarb er 1994 mit der Arbeit Pravo o uhićenju i pritvoru u kaznenome procesnome pravu (Das Recht über Festnahme und Untersuchungshaft im Straprozessrecht). Er absolvierte auch das Studium der Komposition an der Muzička akademija in Zagreb. Vor seiner Wahl zum Staatspräsidenten war er Universitätsprofessor, Abgeordneter im Hrvatski sabor und Komponist. An der juristischen Fakultät der Universität in Zagreb unterichtete er Strafprozessrecht, internationales Strafprozessrecht und Verstoßrecht. In in- und ausländischen Zeitschriften publizierte er mehrere Bücher und mehr als achtzig wissenschaftliche und Facharbeiten. Er schrieb an die fünfzig Kompositionen für diverse Gruppen (Symphonieorkester, Kammerensembles, Solisten), die von berühmten kroatischen und ausländischen Künstlern aufgeführt werden und in Notenform und auf ca. zwanzig Tonträgern veröffentlicht sind. Seine künstlerische Arbeit wurde mit kroatischen und internationalen Preisen und Anerkennungen gekürt, darunter auch mit dem Grand Prix der Europäischen Rundfunkunion und zweimal gewann er den Porin-Preis der kroatischen Plattenlabel. Als Rechtsexperte arbeitete er an der PrepCom der UNO zur Errichtung des Internationalen Strafgerichtshofes und an der Diplomatenkonferenz in Rom mit und war Sachverständiger des Europarates in mehreren Ländern zur Überwachung von Gefängnissystemen eingesetzt. Als Rechtsexperte erarbeitete und unterbreitete er
sowohl selbständig als auch in Zusammenarbeit mit anderen Experten mehrere Gesetzesvorschläge in Kroatien. Er war Kroatiens Vertretungsbefugter vor dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) und vor dem International Court of Justice (ICJ). Er ist Mitglied mehrerer inländischer und internationaler Rechts- und Kunstvereine wie: die Weltakademie der Kunst und Wissenschaft, Hrvatski pravnogi centar, Hrvatsko društvao za europsko pravo, Hrvatsko udruženje za kaznene nauke i praksu. Sein besonderes Interessensgebiet sind Strafrecht, Strafverfahren, Verstöße, internationales Strafrecht, Kriegsverbrechen, internationale Gerichtshöfe, Menschenrechte, Korruptionsbekämpfung und OK-Bekämpfung. Während seiner Amtszeit als Staatspräsident (2010-2015) wurde Kroatien EU-Mitglied.